NAS 2.0

Ich habe mein altes Selbstbau-NAS nach nun ca. 5 Jahren Betrieb in den Ruhestand geschickt. Ein modernes Betriebsystem aufgrund mangelnder Treiberverfügbarkeit konnte nicht mehr installiert werden und Festplatten >1TB wurden auch nicht unterstützt.

Nach längerer Recherche hatte ich ein Fertig-NAS ins Auge gefasst und gehofft durch den Kauf eines Fertiggerätes den zeitlichen Aufwand für den Selbstbau einsparen zu können. Doch leider konnte das Fertiggerät (ca. 420 € für ein 4-bay NAS) nicht meine Erwartungen erfüllen noch die Angaben des Herstellers bezüglich Transferraten selbst erreichen.

Also wieder ein Selbstbau und vorweg kann ich schon sagen, es hat sich gelohnt. Folgende Hardware ist es nach gründlicher Auswahl geworden:

  • Mainboard: Asrock Z77 Extreme4-M
  • CPU: Intel Celeron G1610T 2x 2.30 GHz (Sockel 1155)
  • RAM: DDR3 4 GB G.Skill Ripjaws
  • Netzteil: 300 W be quiet! System Power 7
  • HDD: 60 GB Kingston SSD Now V300 (für das Betriebssystem)
  • Controller: HighPoint RocketRAID 2720SGL
    (8 Port SAS/SATA Raid 0, 1, 5, 6, 10, 50, JBOD)
  • Betriebssystem: Windows Home Server 2011 (64 Bit)

Zum Kaufzeitpunkt waren das ca. 480 €, also in einer ähnlichen Preisklasse wie das Fertiggerät, welches ich getestet hatte. Dafür habe ich jetzt jedoch die Möglichkeit bis zu 16 (statt 4) Festplatten und ingesamt eine deutlich gesteigerte Performance nutzen zu können. Mit Raid 6 sind Transferraten über das Netzwerk von 80-110 MB/s überhaupt kein Problem und die CPU ruht sich noch bei 15% Auslastung aus. Für das Fertiggerät waren das völlig utopische Werte und die CPU war schon am Ende.
Auch die Leistungsaufnahme vom Selbstbau kann sich sehen lassen, nur ca. 80 Watt im normalen Betrieb, im Idle Zustand (HDD Spin down, …) geht es dann noch etwas runter.

Als Festplatten sind zur Zeit 4 Western Digital RED mit je 3 TB verbaut. Im Raid 6 Verbund macht das 6 TB nutzbare Kapazität, das sollte für die nächsten Jahre wieder reichen. Für Backups wird eine externe Festplatte per USB 3.0 angeschlossen.

Im Normalfall ist eine Installation des Windows Home Server 2011 auf eine kleine Festplatte (< 160 GB) nicht möglich. Warum Microsoft diese Hürde eingebaut hat ist nicht so ganz verständlich. Ich finde es sinnvoller das Betriebssystem von den Daten zu trennen, dann muss die Festplatte für den WHS 2011 nicht so groß sein. Wer vor dem gleichen Problem steht, findet hier eine Lösung:
http://forums.connecteddigitalworld.com/topic/292-install-window-home-server-2011-to-ssd-or-hdd-200gb/
Nach der Installation zeigte sich, dass der WHS 2011 nur 20 GB von der 60 GB SSD belegt, also mehr als genug Platz.

Ein Zuhause hat der neue Selbstbau im Rollcontainer gefunden, in dem vorher das alte NAS gewohnt hat. Bilder werden in der nächsten Zeit folgen. Als Festplattenhalterung wurden Lian Li EX-H34B Wechselrahmen verwendet.

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